Igro wächst auf hundert Mitglieder

FVW vom 11.12.2018

Vor rund einem Jahr öffnete sich die Interessenvertretung stationärer Reisebüros (Igro) für neue Mitglieder. Nun hat der Verein erstmals die Hundertermarke geknackt. Beim Thema Provisionen verfolgt der Vorsitzende Manuel Larios klare Ziele. Zudem gibt es eine deutliche Ansage an Leistungsträger, die Kundendaten für den Direktvertrieb nutzen.

Im Herbst 2017 hatte der Verband noch etwa 90 Reisebüro-Mitglieder. Inzwischen seien es etwas mehr als 100, sagt Manuel Larios, erster Vorsitzender des Vereins und Inhaber der Agentur Fernwehlounge in Waltrop. Die Zugänge kämen aus den verschiedensten Reisebüro-Kooperationen.
Ursprünglich hatte die Igro nur RTK-Mitgliedern offen gestanden. Auf der Jahreshauptversammlung 2017 war beschlossen worden, das zu ändern. Der Grund dafür sei gewesen, dass es immer wieder Anfragen von Reisebüros außerhalb der RTK gegeben habe, begründete der Verband den Schritt.
Ziel sei es, die Zahl der Reisebüro-Mitglieder auf 250 bis 300 zu steigern, sagt Larios. Unter Zeitdruck wolle man sich dabei aber nicht setzen. „Wir wollen wachsen, indem wir durch gute Sacharbeit überzeugen“, so der Vorsitzende. „Dabei ist es uns wichtig, mit den Veranstaltern und Leistungsträgern im konstruktiven Gespräch zu bleiben.“
Themen gebe es genug, so Larios. Der Verband äußert deutliche Kritik an Leistungsträgern, die Kundendaten von Reisebüros für den Direktvertrieb nutzen. Die Igro will sich dafür einsetzen, dass etwa Hotels, die mit den Daten aktiv Kunden abwerben, künftig nicht mehr am Counter verkauft und in Buchungsplattformen ausgelistet werden.

Redebedarf bei Provisionen

Der Igro-Vorsitzende Manuel Larios sieht Redebedarf zwischen Counter und Veranstalter – etwa beim Thema Stornoprovision.

Ein wichtiges Thema seien zudem die Provisionen – als angemessen bezeichneten die Reisebüro-Unternehmer eine Vergütung von mindestens elf Prozent. Allerdings gehe es nicht nur um Grund- oder Staffelprovisionen. Verbesserungsbedarf sieht die Igro etwa auch bei den Stornoprovisionen. Bei einer Stornierung betreibe das Reisebüro doppelten Aufwand und erhalte in einigen Fällen nur eine reduzierte Provision, die dann auch nicht zum Staffelumsatz zähle, sagt Larios. „Obwohl der Veranstalter die volle Stornogebühr kassiert und in vielen Fällen die Reise ein zweites Mal verkauft.“
Auch das Thema Liquidität bewege die Igro, so Larios. Veranstalter und Reedereien machten ihre Angebote immer früher buchbar, „was dazu führt, dass Agenturen Reisen etwa für das Jahr 2020 verkaufen“. Die Veranstalter kassierten dafür zwar die volle Anzahlung des Kunden, zahlten die Provision aber erst bei Reiseantritt des Kunden, erläutert Larios.
Bei den Reedereien bemängelt die Igro noch ein weiteres Problem: Immer häufiger senkten sie vor der Abfahrt die Preise, um Auslastung zu generieren. Habe ein Kunde für 5000 Euro eine Reise gebucht, könne er dasselbe Angebot jetzt aber für 4000 Euro haben, wolle der natürlich häufig umbuchen, „was ja auch verständlich ist“, sagt Larios. Allerdings erhalte das Reisebüro in der Regel trotz doppeltem Aufwand dann auch nur auf 4000 Euro die Provision. „Auch hier sehen wir Verbesserungsbedarf“, so der Verbandsvorsitzende. Zudem wurde die Forderung nach dem Erhalt vom Handelsvertreterstatus für Reisebüros laut.

Eigener Online-Shop für Reiseunterlagen

Generell sei zu beobachten, dass immer mehr Verantwortung und Arbeit von Seiten der Veranstalter auf den stationären Vertrieb abgeschoben werde. Beim Thema Reiseunterlagen und Booklets ist die Igro daher bereits aktiv geworden. Auf ihrer Website bietet sie einen Online-Shop an, in dem Agenturen unter anderem Kofferanhänger oder Hüllen für Reiseunterlagen kaufen können, wobei Igro-Mitglieder vergünstigte Preise bekommen. Dass es bei den Reisebüros nach wie vor eine hohe Nachfrage nach solchen Leistungen gebe, belegten die Verkaufszahlen, so Larios. „Bei den Kofferanhängern, Taschen und Dokumentenmappen haben wir inzwischen die dritte Nachbestellung getätigt.“

Mehr als 100 Mitglieder

Touristik Aktuell 10.12.2018

Auf der Jahresversammlung der „Inhabergeführte Reisebüro-Organisation“ (IGRO) wurde ein Rekord bekannt gegeben: Der Verein zählt erstmals mehr als 100 Mitglieder, sprich stationäre Reisebüros. Zudem feierte er sein fünfjähriges Bestehen.

Manuel Larios, IGRO-Vorsitzender und Inhaber der Fernwehlounge in Waltrop, freut sich über das Wachstum. „Allerdings ist es nicht unser Ziel, um jeden Preis zu wachsen, sondern wir legen unseren Fokus vor allem auf Qualität“, sagt er. Bei dem Verein seien Reisebüros willkommen, die sich als qualifizierten Reisefachhandel verstehen, auf Ausbildung eigener Mitarbeiter setzen und sich gegenüber dem Kunden nicht an Preis- und Rabattschlachten beteiligen.

Themen der Jahresversammlung in Ludwigshafen waren unter anderem die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern, der Umgang mit dem neuen Reiserecht und der Datenschutzgrundverordnung.

Kritik wurde an Veranstaltern und Leistungsträger laut, die Kundendaten für den Direktvertrieb nutzen. Als Folge sollen beispielsweise Hotels, die mit den Daten aktiv abwerben, künftig nicht mehr am Counter verkauft und in Buchungsplattformen ausgelistet werden. Auch zur aktuellen Provisionsdiskussion bezog der Verein Stellung: Eine Mindestprovision von mindestens elf Prozent sei „angemessen“.

Igro gewinnt neue Fördermitglieder

TravelTalk 31.07.2018

Der Kreis der Unterstützer für die Interessengemeinschaft stationärer Reisebüros Igro wächst. Neu an Bord sind der Software-Anbieter Paxconnect und der Veranstalter LMX. Damit steigt die Zahl der Fördermitglieder auf zehn.

Igro-Vorsitzender Manuel Larios freut sich über zwei neue Fördermitglieder.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass sowohl Paxconnect als auch LMX unser Engagement unterstützen, den Reisebüros als Fachhandel zu stärken und zu positionieren“, sagte Manuel Larios, Igro-Vorsitzender und Inhaber der Fernwehlounge in Waltrop. „Enge Zusammenarbeit ist keine Einbahnstraße und daher werden wir den Igro-Reisebüros die Nutzung von Paxconnect-Produkten nahelegen und unseren Kunden gern verstärkt die Buchung von LMX-Produkten empfehlen.“
Der Verein Igro besteht derzeit aus mehr als 90 stationären Reisebüros. Fördermitglieder sind neben Paxconnect und LMX die Reiseveranstalter Anex Tour, DER Touristik und Tischler Reisen sowie der Mietwagenanbieter Sunny Cars, die Versicherungsgesellschaft ERV sowie aus der Türkei der Transfer- und Mietwagenanbieter Ayt24 und die Barut Hotels.
Die Inhabergeführte Reisebüroorganisation Igro ist eine Interessengemeinschaft stationärer Reisebüros. Ziel der Vereinigung ist es, den stationären Reisefachhandel in Deutschland zu stärken und selbstbewusst in der Öffentlichkeit zu positionieren. Im Fokus der Arbeit stehen unter anderem die Interessenvertretung gegenüber Reiseveranstaltern, Politik, Wirtschaft und der Öffentlichkeit. Außerdem gehören zu den Aufgaben gemeinsame Auftritte, Marketing, Aus- und Weiterbildungen sowie die Vernetzung mit regionalen Interessengemeinschaften und Vereinen. (GK)

 

IGRO e.V. mit eigenem Reisebüro-Gütesiegel

Strategien für Reisebüro-Gütesiegel
Die Reisebüro-Ketten und -Kooperationen fahren beim Thema Gütesiegel weiterhin unterschiedliche Strategien. Ein Trend zeichnet sich allerdings ab: Anstatt mit größeren Instituten zusammenzuarbeiten, kommen die Qualitätskriterien und die Zertifikate immer öfter aus dem eigenen Haus. Bei einigen Kooperationen spielt das Thema aber gar keine Rolle.

Lediglich LCC hält derzeit noch an einem externen Partner fest: Die Franchise-Kette arbeitet mit dem Berliner Institut Service Qualität Deutschland zusammen. Dieses vergibt alle drei Jahre das Qualitätssiegel „Service Q“. Basis dafür ist ein dreistufiges Qualitäts-Managementsystem.

Der TUI-Vertrieb dagegen hat sich von der „teuren externen Zertifizierung“ getrennt und das interne Konzept „Serviceprädikat Q“ aufgelegt. Es beinhaltet die gängigen Schulungen und Testkäufe, auch ein Qualitätsbeauftragter ist für jedes zertifizierte Reisebüro Pflicht. Vergeben wird das Prädikat in den Stufen Bronze, Silber und Gold.

Auch bei Derpart ist das Qualitätskonzept dreistufig, derzeit steht für alle teilnehmenden Reisebüros die Silber-Zertifizierung vor dem Abschluss. Bei Thomas Cook steht das Qualitätskonzeptunter dem Titel „Move“ und ist gleichzeitig an einen Umsatzwettbewerb gekoppelt. Im vergangenen Jahr erhielten 36 Reisebüros den werbetauglichen Titel „Bestes Reisebüro“.

Auch TUI Travel Star, die Reisebüro-Allianz DTPS sowie die Alltours Reisecenter bieten ihren Mitgliedsbüros die Möglichkeit, sich auf Herz und Nieren testen zu lassen und bei erfolgreichem Abschluss mit einem Zertifikat zu werben.

Unabhängig von den Ketten und Kooperation hat der Inhaberverbund IGRO 2017 die Qualitätsplakette „Geprüftes Mitglied Reisefachhandel Deutschland“ eingeführt. Grundlage dafür sind Qualitätsstandards wie eine aktive und fundierte Nachwuchsförderung, ein Mindestmaß von 75 Prozent fachlich ausgebildeter Mitarbeiter, eine unabhängige Kundenberatung, ständige Weiterbildung, Nachhaltigkeit und ein striktes Verbot von Rabatten durch das Reisebüro.

Informationen zu IGRO gibt es unter www.igroev.de. Einen Überblick über die Qualitätssiegel der Reisebüro-Ketten und -Kooperationen finden Sie in der nächsten Ausgabe von touristik aktuell (ta 26-27/2018).

Touristik Aktuell, 09.07.2018